Der Schreck

Ganz plötzlich steht er da 

Der Schreck 

Fährt in meine Glieder 

Verschmilzt mit Muskeln, Sehnen, Zellen

Hat sich eingezeckt 

Saugt mein Blut, nährt sich von Pein

Parasitär ist sein Sein 

Setzt Grenzen 

Wo mal Freiheit war 

Malt Bilder 

Auf leere Wände 

Voller Grauen und Zerstören 

Kann ihn gar nicht überhören 

So laut die Stimme, dröhnend, kräftig 

Über-Sehend meine Wehr 

Über-Steigend meine Kraft 

Über-Holend beim Versuch 

Ihm zu entkommen 

Hat er mir die Flucht genommen 

Baut sich auf und stellt 

Sich mir entgegen 

Mächtig groß 

Keine Chance, dass ich auch bloß 

Ohne nicht das Haar zu lassen 

Ihm entkomm

er lässt nicht los

Oder aber flüstert leise 

Zieht 

Fiese, tiefe Sorgenkreise 

Die sich zäh und schnell auch drehen 

Schlingend, ringend, fester ziehen 

Bis ich keine Luft mehr krieg

Und er wieder einmal siegt 

So könnt es enden 

Der Schreck würd siegen 

Und ich meiner Angst erliegen 

Doch gibt es etwas

Auch in  mir

Das sich dem Entstellten 

stellt 

Und bei Angst den Stand behält 

Zwar zitternd noch 

Und staunend auch 

Die Stimme nur ein Hauch 

Spricht der Mut zum Schreck 

Und dann - ist er weg.

Titelbild: Foto von Tim Goedhart auf Unsplash

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